Einsätze & Übungen

24.August 2011: 56 Liter/qm Regen in 1 Stunde - 23 Einsätze in einer Nacht
Das hat auch der Deutsche Wetterdienst nicht vorher gesehen: Am Mittwoch Abend bildete sich binnen kürzester Zeit eine massive Gewitterzelle, die in den Kreisen Plön und Ostholstein für heftigste Niederschläge sorgte. Hierbei war, wie sich herausstellte, im Kreis Plön Hohenfelde die am stärksten betroffene Gemeinde. Innerhalb einer Stunde fielen pro Quadtratmeter 56 Liter Regen ! Dieses sorgte für die Einsatzkräfte für eine lange, arbeitsreiche Nacht. Das Problem: Aufgrund der riesigen Wassermassen war die Kanalisation nicht in der Lage, diese Mengen aufzunehmen. Zusätzlich lief das Wasser oberflächlich von den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen sofort wieder ab, da diese durch die Regenfälle der vergangenen Tage und Wochen bereits mit Wasser gesättigt waren. Dieses hatte zur Folge, das sich im gesamten Ort das Wasser in tiefer gelegenen Bereichen sammelte, teilweise standen innerhalb kurzer Zeit ganze Straßenzüge unter Wasser. Um kurz vor 23 Uhr wurden wir schließlich per Sirene alarmiert. Von der Leitstelle wurden uns gleich mehrere Einsätze zugeteilt. Nach einer kurzen Besprechung teilten wir uns in zwei Gruppen auf, im Gerätehaus wurde eine Zentrale eingerichtet, die die weiteren, eingehenden Einsätze koordinierte. Mit dem Löschfahrzeug und dessen Pumpe ging es zunächst zur Mühle, hier hatte das Wasser einmal mehr besonders heftig zugeschlagen, da diese sich am tiefsten Punkt im Ort, quasi in einem Kessel befindet. Aus mehreren Richtungen strömte das Wasser und überflutete die Straße. In der Mühle eingelagertes Getreide wurde teilweise feucht und dadurch unbrauchbar. Parallel dazu machte sich die zweite Gruppe auf den Weg, um mit Lenzpumpen übergelaufene Wohnhäuser bzw. Keller leer zu pumpen. Immer mehr Notrufe liefen über die Leitstelle oder auch direkt bei uns auf, die nacheinander abgearbeitet werden mußten. Da auch die umliegenden Wehren im Einsatz waren, waren wir weitestgehend auf uns allein gestellt. Zwar wurde die Feuerwehr Satjendorf zur Unterstützung alarmiert, diese konnte jedoch noch nicht einmal ausrücken, da mittlerweile die Straße direkt vor dem Satjendorfer Gerätehaus überflutet war. Lediglich die Feuerwehr Stakendorf kam im weiteren Verlauf der Nacht zur Unterstützung hinzu.
Die Ereignisse dieser Nacht erinnern stark an den Juni 2002, als es über Stunden heftigst regnete und dieses ebenfalls zu Überflutungen führte. Dieses Mal genügte eine Stunde, um ein ähnliches Bild zu erzeugen, Zitat eines Augenzeugen: "Hier sieht es aus wie nach einem Krieg". Die Schäden sind erheblich: Eine unbekannte Zahl voll gelaufener Keller und Wohnhäuser (einige Bürger haben sich mit eigenen Pumpen beholfen und auf einen Notruf verzichtet), Schäden an Wegen, Straßen, Straßenbefestigungen und landwirtschaftlichen Nutzflächen.